Freiwillige Feuerwehr Martinsthal

 

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Chronik:

1861 - Wie alles begann

Die heute beim Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden aufbewahrten historischen Originaldokumente (wie auch diejenigen zum Brandereignis von 1843) erlauben uns, davon auszugehen, dass die seinerzeitigen Mitglieder als die "Urväter" der heutigen "Freiwilligen Feuerwehr Martinsthal" bezeichnet werden können. Sie erhebt damit den Anspruch, als eine der ersten vereinsmäßig organisierten Feuerwehren im Rheingau, wenn nicht gar im Nassauischen Raum, zu gelten.

Mit einem "gehorsamsten Gesuch" vom 30. Mai 1861 an das "Herzoglich Nassauische Amt zu Eltville" erklärten demnach "eine Anzahl junger Leute von Neudorf, eine Turn- und Löschmannschaft constituiren" zu wollen.

Man war "gesonnen, als Turner sich auszubilden und nach erlangter Körperfähigkeit eine Feuerwehrmannschaft zu bilden, um womöglich eine bessere Ordnung im Löschwesen zu erzielen. Um solches frei und ungehindert thun zu können", bat man "unsere Behörde um obrigkeitliche Bewilligung und Schutz".

Gründungsmitglieder

Dem Namensverzeichnis vom 3.9.1861 sind folgende Mitglieder zu entnehmen:
1. Wilhelm Eberle – erster Sprecher
2. Peter Wilhelm – Turnwart
3. Heinrich Wilhelm
4. Peter Keßler
5. Martin Grundel
6. Peter Meth – Cassierer
7. Wilhelm Meth
8. Heinrich Kopp

Die erste Satzung

Nachfolgend einige Auszüge aus der damaligen Satzung:

§ I Der Zweck der Neudorfer Turngesellschaft ist die körperliche und geistige Kraft, sowie den Bruder- und Gemeinsinn seiner Glieder zu heben, nach Möglichkeit auszubilden und eine Feuer-Wehr-Mannschaft zu organisieren.

§ VI Jeder Turner ist verpflichtet (als Mitglied) an allen Übungen der Vereins-Feuer-Wehr theil zu nehmen.

§ IX Alle Turner sind verpflichtet, zur Erreichung einer tüchtigen und praktischen Feuer-Wehr sich zu üben und auszubilden.

§ XVI Bei einem Auszug auf irgend eine Brandstätte hatt jeder genau seinen zugeteilten Posten beizubehalten, und darf sich nicht vom Chor entfernen, bis jegliche Gefahr vorüber ist.

Das Gesuchschreiben

An
Herzoglich Nassauisches Amt zu Eltville

Gehorsamstes Gesuch mehrerer jungen Leute von Neudorf, welche eine Turn- und Löschmannschaft constituiren wollen.

Auf Grund beiliegender Matritzen ist eine Anzahl junger Leute in Neudorf, welche gesonnen sind, als Turner sich auszubilden und nach erlangter Körperfähigkeit eine Feuerwehrmannschaft zu bilden, um womöglich eine bessere Ordnung im Löschwesen zu erzielen, zusammengetreten, und um solches frei und ungehindert thun zu können, bitten wir unsere Behörde um obrigkeitliche Bewilligung und Schutz.

In der Hoffnung, daß unser gutes Vorhaben bei unserer Amts-Behörde Anerkennung finden wird, zeichnet im Nahmen der Gesellschaft - gehorsamst
Georg, Wilhelm, Meth
Neudorf, den 30ten Mai 1861

U : Dem Herrn Bürgermeister zu Neudorf zur Begutachtung und Bericht.

Eltville, den 31ten Mai 1861

gez. Unterschrift

Amtmann

Die Auflagen


Neudorf, den 4ten Juni 1861

gez. Münch, Bürgermeister

Eingang 5. Juni '61

Nach Vorschrift des § 5 der Verordnung vom 15ten Juni 1855 ist das Verzeichnis der Mitglieder des Turnvereins beizufügen und der Vorstand zu bezeichnen.

Eltville, d. 30ten August 1861

gez. Unterschrift

1925 - Die Wehr nach dem Ersten Weltkrieg

Brand der Kerber-Mühle

Sieben Jahre nach Beendigung des Ersten Weltkrieges - am 27. Juli 1925 - brannte dann die im Ortsbereich gelegene Walzenmühle („Kerber-Mühle“) erneut bis auf die Grundmauern nieder, sicherlich auch deswegen, weil es um ein geordnetes Feuerlöschwesen in Neudorf schlecht bestellt war.
Die damalige Ausrüstung kann aus heutiger Sicht bestenfalls als vollkommen unzureichend bezeichnet werden. Die Wasserentnahme erfolgte aus der nahegelegen „angestemmten Bach“. Neben Löscheimern, Leitern, Pickeln, Schaufeln, Äxten und dergleichen waren lediglich Einreißhaken und die bereits erwähnte Handdruckspritze vorhanden. Das Schlauchmaterial war äußerst unzulänglich einsetzbar.

Die „freiwillige“ Hilfeleistung bei eventuellen Bränden war aufgrund der bestehenden Verpflichtungen nach Feuerwehrpolizeiverordnungen und im Sog der geschichtlichen Ereignisse längst untergegangen.
Dieser insgesamt marode Zustand war für die jungen Männer Neudorfs Anlass genug, sich erneut mit dem Gedanken daran zu befassen und dieser guten Sache Nachdruck zu verleihen. Immerhin vergingen drei weitere Jahre, bis sich im Oktober 1928 (das Jahr der Weltwirtschaftskrise) 34 Mann bereit fanden, aktiv das Erbe der Großväter in Bezug auf die Einrichtung eines freiwilligen Feuerlöschdienstes wieder anzutreten.

Eine Erinnerung an längst vergangene Tage

Otto Krechel, Theo Meth, Jakob Meister, Josef Rohrmann, Jean Grundel
Adolf Schwarz, Bernhard Köninger, Wendelin Arnold, Josef Kopp, Adam Meth
Martin Schwarz, Walter Arnold, Heinrich Jakobs
Ludwig Wilhelm, Willi Linz

Freiwillige Feuerwehr Martinsthal, (Neudorf) um 1930

1933 - 1945

Feuerschutzpolizei

Im Zuge der von den Nationalsozialisten vorangetriebenen Zentralisierung wurde auch die Freiwillige Feuerwehr Martinsthal in eine Feuerschutzpolizei umgewandelt. Aus dieser Zeit liegen uns nur wenige Dokumente vor, die die Kriegswirren überlebt haben.

1946 - Seit dem Zweiten Weltkrieg

Wiederaufbau

Besondere Aktivitäten der Freiwiligen Feuerwehr Martinsthal nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1975:

In Eigenleistung

  • Umbau des alten Gerätehauses („Bollesche“)
  • Umbau des ehemaligen Behelfsheimes auf dem Vorplatz der Schule in ein Feuerwehr-Gerätehaus zur Unterbringung des Borgward-Einsatzwagens in den Jahren 1967/68
  • Anbau der Unterstellhallen für weitere Fahrzeuge und Geräte
  • Um- und Ausbau der Kellerräume der ehemaligen Schule in Schulungs- und Aufenthaltsräume

Eingemeindung Martinsthals

Von der Eingemeindung Martinsthals zum 1. Januar 1977 nach Eltville wurde die Freiwillige Feuerwehr Martinsthal e. V. (die Eintragung in das Vereinsregister war mittlerweile erfolgt) im Hinblick auf die Eigenständigkeit des Vereins nicht tangiert. Lediglich die finanziellen Mittel zur Erhaltung und Verbesserung des Brandschutzes in unserem Gemeindeteil kommen nunmehr (zumindest zum größten Teil) von der Stadtkasse Eltville.

Das neue Gerätehaus

Am 16. August 1985 endlich begann man nach mehreren Planungsüberarbeitungen und Finanzierungsverhandlungen seitens der Stadtverwaltung mit den Bauarbeiten zur Errichtung des nach heutigen Gesichtspunkten modernen Neubaus (Gesamtkosten: 410.000,-- DM), der anlässlich einer Feierstunde in Frühjahr 1986 seiner Bestimmung übergeben wurde.
Der Schulungsraum in den Kellerräumen der Alten Schule wurde ebenfalls einer gründlichen Renovierung unterzogen.

1986 - 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Martinsthal

Personalsituation

Die freiwillige Feuerwehr Martinsthal verfügte im Jahr 1986, 125 Jahre nach erstmaliger Erwähnung einer Turn- und Löschmannschaft über insgesamt 126 Mitglieder, davon waren folgende 6 Personen zu Ehrenmitgliedern ernannt:
Diehl, Jakob
Meth, Georg
Meth, Theodor
Scheuerling, Johann
Wilhelm, Ludwig

Der Einsatzabteilung gehörten an:
Lotz, Hans - Wehrführer und 1. Vereinsvorsitzender
Arnold, Guido - Stellv. Wehrführer
Böcher, Horst - zugl. Rechnungsführer (Verein) und stellv. Jugendwart
Diehl, Klemens - zugl. Jugendfeuerwehrwart
Engelmann, Stefan
Faust, Christian
Gehrig, Hermann
Gehrig, Jürgen
Gehrig, Walter - Ehrenwehrführer
Kirsch, Toni - Gerätewart
Klein, Wilfried
Klein, Willi
Köninger, Bernd - zugl. Schriftführer (Verein)
Kopp, Alfred
Krechel, Karl-Wilhelm - 2. Vereinsvorsitzender
Meth, Josef
Nürnberger, Siegfried
Schmid, Jürgen
Schmid, Peter
Schlepper, Walter
Thurnwald, Norbert

Jugendfeuerwehr Martinsthal:
Löw, Thorsten
Konrad, Holger
Lorenz, Richard
Seelbach, Frank
Scheuerling, Michael
Thiel, Sascha
Baumeister, Axel
Knögel, Thorsten
Keßler, Stefan
Gotthelf, Oskar
Ernst, Markus

Jugendfeuerwehrwart: Diehl, Klemens
Stellv. Jugendfeuerwehrwart: Böcher, Horst

Zeit zwischen 1986 und 2011

Ab Februar 1993 übernahm Herr Wolfgang Ernst das Amt des Wehrführers und 1. Vereinsvorsitzenden.
Stellvertr. Vereinsvorsitzender bis Ende 1993: Karl Wilhelm Krechel
Stellvertr. Vereinsvorsitzender ab 1994: Horst Böcher
Stellvertr. Wehrführer: Hermann Gehrig
Jugendwart ab 1993: Markus Ernst
Stellvertr. Jugendwart ab 1993: Mathias Göttlinger

Zur nächsten Wahlperiode 1998 – 2003 wurden Herr Wolfgang Ernst im Amt des Wehrführers und 1. Vereinsvorsitzenden und Horst Böcher als Stellvertr. Vereinsvorsitzender bestätigt.
Stellvertr. Wehrführer: Wilhelm Schlink
Jugendwart bis 2003 im Amt bestätigt: Markus Ernst
Stellvertr. Jugendwart bis 2003 im Amt bestätigt: Mathias Göttlinger

Zur weitere Wahlperiode 2003 -2008 wurden erneut Herr Wolfgang Ernst im Amt des Wehrführers und 1. Vereinsvorsitzenden und Horst Böcher als Stellvertr. Vereinsvorsitzender bestätigt.
Stellvertr. Wehrführer: Mathias Göttlinger
Jugendwart bis 2003 im Amt bestätigt: Thorsten Löw
Stellvertr. Jugendwart bis 2003 im Amt bestätigt: Christopher Schwarz

Zur Wahl im Jahr 2008 stelle sich der bisheriger Vorstand nicht mehr zur Verfügung. Somit endete eine Ära, die insbesondere durch das außergewöhnliche Engagement der Familie Ernst geprägt war.

Mit der Wahl von Herrn Thorsten Löw zum Wehrführers und 1. Vereinsvorsitzenden fand ein Generationswechsel statt, unterstützt durch die Erfahrung von Herrn Hans Lotz als Stellvertr. Vereinsvorsitzender.
Stellvertr. Wehrführer: Mathias Göttlinger
Jugendwart: Christopher Schwarz
Unterstützung des Jungendwarts: Richard Lorenz, Mathias Schlink

Mit Wirkung zum 31.12.2010 legte Herr Thorsten Löw alle Ämter nieder, in der kurzfristig einberufenen Jahreshauptversammlung der aktiven Wehr wurde Herr Hermann Gehrig zum Wehrführer gewählt. Laut Satzung ist er damit auch 1. Vereinsvorsitzender.

2011 - 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Martinsthal

Im Jubiläumsjahr 2011 besteht die Freiwillige Feuerwehr aus insgesamt 172 Mitgliedern, davon 5 Ehrenmitglieder mit mindestens 50 Jahre Vereinsmitgliedschaft.