Freiwillige Feuerwehr Hallgarten

 

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Chronik:

Am 28. September 1898 wurde die Freiwillige Feuerwehr Hallgarten gegründet. Wie aus einer alten Aufzeichnung zu entnehmen ist, bestand jedoch schon vor dieser Zeit eine Bürgerfeuerwehr. Bereits 1794 wurde für 500 Gulden eine Feuerwehrspritze in Mainz gekauft.

Diese nicht fest organisierte Bürgerwehr war in ihrer Wirkungsweise jedoch nicht voll befriedigend. Der Gastwirt Gustav Gundlach erkannte diese Unzulänglichkeit. Er legte in seinem Lokal eine Liste aus, in die sich Interessenten, die für die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr waren, eintragen konnten. Der damalige Bürgermeister H. Kreis förderte dieses Bestreben und ließ durch die Ortsschelle auch von Seiten der Gemeinde werden. Es waren 57 Gründungsmitglieder, die den Grundstein der heutigen Freiwilligen Feuerwehr legten. Unter dem Wahlspruch "Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr" sammelten sich die Gründer, um die schriftlich niedergelegten Statuten anzuhören und gutzuheißen.

Als 1. Branddirektor der neu gegründeten Feuerwehr wählte man Martin Kremer, sein Stellvertreter wurde Gustav Gundlach. Das Amt des Schriftführers übernahm Christian Kreis.

Am 10. März 1902 wurde Josef Reichert zum 1. Branddirektor gewählt. Im selben Jahr übernahm Franz Wiffler die Führung des Protokollbuches. Kral Engelmann wurde am 6. Januar 1909 zum 2. Brandmeister gewählt, nachdem Gustav Gundlach von diesem Amt zurückgetreten war.

Seit Gründung der Feuerwehr herrschte ein reges Vereinsleben. Durch häufige Zusammenkünfte des Vorstandes, durch Einberufung von Generalversammlungen, aber auch mit Übungen an Geräten und durch Fußexerzieren wurde für eine gute Kameradschaft gesorgt.

Am 14. August 1900 mussten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hallgarten erstmals ausrücken um ihrer selbst gestellten Aufgabe gerecht zu werden. Ein Scheunenbrand wurde mit Erfolg gelöscht. Dafür gab es von der Gemeinde als Dank ein Fass Bier.

Ein kleiner Brand am 28. August 1901 konnte dank der Wehr bald gelöscht werden. Bei einem Großbrand am 10. September 1907 mussten die Feuerwehrmänner ihr ganzes Können aufbieten, um zu verhindern, dass außer zwei Stallungen nicht noch mehr Gebäude dem Feuer zum Opfer fielen. Im April 1914 brannte da Wohnhaus der alten Mühle im Rosenthal, die Wehr rettete was noch möglich war.

Aber neben dieser schweren und gefährlichen Arbeit wurde auch das angenehmere Vereinsleben nicht vergessen. Zu Ostern 1899 wurde erstmals ein Feuerwehrball mit Verlosung veranstaltet. Am 26. August 1900 wurde im vortrefflich hergerichteten Löwensteinschen Garten das Bezirksfeuerwehrfest begangen. Der Eintrittspreis betrug 20 Pfennige. In der Zeit vom 8.-10. August 1908 feierte die Freiwillige Feuerwehr ihren 10. Gründungstag im Rahmen eines Bezirks- und großen Ortsfestes. Während der Zeit des 1. Weltkrieges konnte die Tätigkeit nur notdürftig aufrechterhalten werden. Vom 1. August 1914 bis Ende 1919 wurde kein Protokollbuch geführt. Im Februar 1920 fand die erste Versammlung nach dem Kriege statt. Man gedachte in Trauer den gefallenen Kameraden. Das Eintrittsalter wurde von 20 auf 18 Jahre herabgesetzt.

Anton Semmler wurde im Juni 1920 zum 1. Brandmeister gewählt. Leider verstarb er bereits am 14. Dezember 1920. Sein Nachfolger wurde Gustav Gundlach, der bereits bei Gründung der Freiwilligen Feuerwehr das Amt des 2. Branddirektors innehatte. Unter seiner Führung wurde die Wehr wieder voll funktionstüchtig. Es wurden neue Schläuche, Leitern sowie eine Tragbahre angeschafft.

Gustav Gundlach wurde im Mai 1927, nach dem er sich in 29 Jahren um die Wehr verdient gemacht hatte, zum Ehrenkommandanten ernannt. Zu seinem Nachfolger wurde Josef Stieger gewählt. Karl Franz Engelmann wurde dessen Stellvertreter. Am 25. Februar 1934 schloss das 1. Protokollbuch. Es wurde seit 1902 von Franz Wiffler geführt. Die Aufgabe des Schriftführers übernahm von nun an Philipp Prinz.

An unserer Kirchweih, am 25. Mai 1922, war die Wehr bei einer Brandbekämpfung erfolgreich. Ebenso als am Tag vor Weihnachten 1923 eine brennende Scheune und der Brand einer Drechslerwerkstatt gelöscht werden musste. Hierbei wurden die Kameraden von benachbarten Wehren unterstützt. Am 29. Oktober 1920 erging ein Alarmruf an die Wehrmänner als in der Mainzer Straße das Feuer zu schützen. Um in Zukunft Brände schneller und durchgreifender löschen zu können, wurde von den Gemeinden Oestrich, Hattenheim, Mittelheim und Hallgarten eine Motorspritze angeschafft. Am 25. Oktober 1934 wurde die Pumpe auf ihre Leistung überprüft.

Ein Brand auf dem benachbarten Domänengut Neuhof konnte durch unsere Wehr gelöscht werden, wofür ihr 30,- Reichsmark Belohnung zugewiesen wurde. Auch eine durch Blitzeinwirkung brennende Scheune gerettet werden. Desgleichen konnte ein am 17. Februar 1936 im Sägewerk Semmler ausgebrochner Brand konnte von älteren Feuerwehrmännern gelöscht werden.

Das Vereinsleben war in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg stark durch die wirtschaftliche Notlage geprägt. Selbst das 25-jährige Bestehen der Wehr wurde am 16. Dezember 1923 in schlichtem Kreise im Rathaus gefeiert. Herr Bürgermeister Dietrich gedacht der Gründung und ehrte 22 Mitbegründer durch Überreichung von Verdienstmedaillen.

Das 30-jährige Stiftungsfest wurde in den Tagen vom 11.-13. August 1928 festlich begangen. Glanzpunkt war die Weihe eines sehr schönen Banners, welches als Symbol der Zusammengehörigkeit, Einigkeit und Treue gelten soll. Die ganze Gemeinde und viele auswärtige Wehren nahmen an der Feier teil. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Wehr aus 64 Mitgliedern. Bis zum Jahre 1939 wechselten Vorstandssitzungen, Generalversammlungen, Kreistagungen und Verbandstagungen ab.

Der Ausbruch des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 bewirkte einen großen Einschnitt in das Vereinsleben und die Tätigkeit der Freiwilligen Feuerwehr. Während der Kriegsdauer wurden keine Eintragungen in das Protokoll vorgenommen.

Nach Kriegsende war die erste Versammlung am 19. Mai 1946. Man gedachte in tiefer Trauer den gefallen und verstorbenen Kameraden. Josef Sieger legte aus Altersgründen da Amt des Ortsbrandmeisters nieder. Zu seinem Nachfolger wurde Michael Schreiner gewählt.

Das 50-Jährige Bestehen der Wehr wurde am 17. Oktober 1948 aus Gründen der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse in aller Einfachheit gefeiert. Ortsbrandmeister Michael Schreiner erinnerte im passenden Worten an das Vereinsleben seit Gründung der Wehr. Abschließend richtete er seine Bitte an die Jugend, in die Wehr einzutreten, damit die Funktionsfähigkeit der Freiweilligen Feuerwehr gewährleistet bleibe. Kreisbrandmeister Boot ehrte 8 Gründer für 50-jährige Mitgliedschaft, drei Kameraden für 40-jährige Mitgliedschaft und zwölf Kameraden für 25-Jährige Zugehörigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr Hallgarten.

Am 8. April 1951 wurde Spielmannszug in die Freiwillige Feuerwehr eingegliedert. Bereits in den Jahren 1932-1934 wurde der Spielmannszug des Jünglingsverein von der Freiwilligen Feuerwehr übernommen. Von diesem Jahr an, bis Kriegsanfang stand der Spielmannszug unter der Leitung von Herren Jakob Orth bis 1956, Zum neuen Stabführer wurde dann Lorenz Meier gewählt. 1957 gründete er den Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr. Der Spielmanns- und Fanfarenzug, später Musikzug und heute Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Hallgarten konnte bis heute manchen schönen Preis erringen.

Dem Vereinsleben schenkte man wieder besondere Beachtung. Man war bestrebt, auch die Angehörigen der Feuerwehrmänner mit in den Verein einzubeziehen. So wurde am 8. April 1951 ein Familienausflug mit Bussen durch geführt. An Fastnacht wurde ein Maskenball abgehalten und es wurde der Wunsch geäußert, solche Familienfeste in jedem Jahr zu wiederholen.

Am 15. März 1952 wurde Franz Zott zum stellvertretenden Ortsbrandmeister gewählt. Das 60-Jährige Bestehen wurde besonders festlich gefeiert. In den Tagen vom 31. Mai bis 2. Juni 1958 nahm die gesamte Einwohnerschaft und viele auswärtige Wehren an den Jubiläumsfest teil. 16 Spielmanns- und Fanfarenzüge verschönten das Fest durch einen wohl gelungenen Tambour Wettstreit. Die Frauen des Vereins stifteten zum Gedenken an die verstorbenen und gefallenen Feuerwehrmänner eine Ehrentafel.

Um den Anforderungen der jüngeren Zeit gerecht zu werden, entschloss man sich 1963 einen Feuerlöschwagen anzuschaffen. Ein Zuschuss von DM 2000,- an die Gemeinde und eine Orts-Sammlung unterstützte die Finanzierung des Fahrzeuges. Am 24. November 1963 konnte das Löschfahrzeug von Herrn Pfarrer Schweickart eingeweiht werden. Im Jahr 1965 wurde das neue Spritzenheus (DLRG-Station) gebaut.

Nachlassendes Interesse an der Feuerwehr konnte durch eine Werbung, die mit der freundlichen Unterstützung von Herrn Bürgermeister Freimuth durchgeführt wurde, behoben werden. Ein im Jahre 1968 gerichtete Appell an die männliche Jugend von Hallgarten hatte zur Folge, dass 20 neue Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr beitraten. In einer Versammlung am 8. Juni 1969 wurde Michael Schreiner zum Ehrenkommandanten ernannt. Als neuer Ortsbrandmeister wurde Willi Bildesheim und zu dessen Vertreter Oswald Semmler II, gewählt. Am 12. Januar 1970 legte der seit 1934 tätige Schriftführer Philipp Prinz, wegen erreichen der Altersgrenze, sein Amt nieder. Franz H. Schreiner wurde zum neuen Schriftführer gewählt.

Im Laufe des Jahres 1970 brachen im Abstand neun Brände in der Schuttkaut aus, die von Wehrmännern in 220 Einsatzstunden gelöscht werden mussten.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Eltville, verbunden mit dem vierten Hessischen Feuerwehrtag, wurde am 29. September 1972 der Freiwilligen Feuerwehr Hallgarten durch Herrn Minister Bielefeld ein neues Löschgruppenfahrzeug, Typ LF 8, aus der Landesbeschaffungsaktion übergeben. Die Kosten werden zur Hälfte vom Land Hessen und der Gemeinde Hallgarten getragen. Im Dezember konnte das neue Fahrzeug der Gemeinde vorgestellt und durch Herrn Pfarrer Schweickart eingeweiht werden.

Ganz im Zeichen des 75-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Hallgarten stand das Jahr 1973. Die Festausschuss, welche bereits im Vorfeld der Festlichkeiten gebildet wurden. wurden von Oswald Semmler (Bauausschuss), Franz H. Schreiner (Dekoration), Jakob Kempenich (Dekoration), Lorenz Meier (Finanzen), Hans G. Stettler (Presse) geleitet.

Bereits am 5. Mai 1973 wurde die akademische Feier in der Winzerhalle abgehalten. Die Festrede wurde von Herrn Hans G. Stettler gehalten. Als Schirmherr der Veranstaltung fungierte Herr Landrat Dinse. In der Zeit vom 19.-21. Mai 1973 feierten wir dann unter großer Anteilnahme der Hallgartener Bevölkerung und vielen Gästen von Nah und Fern unser Jubelfest auf dem neu errichteten Festplatz im Rosenthal. Unter Mitwirkung von Willi Hagara, den beiden Örtlichen Gesangsvereinen, der Tanzgruppe des Turnvereins, unsres Spielmanns und Fanfarenzuges, dem Ansager Heinz Alexander und unserer Festkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Hattenheim fand am Samstagabend ein großer Festabend statt. Der Sonntag brachte den Höhepunkt unseres Festes. Viele Spielmanns- und Fanfarenzüge sowie auch Musikzüge waren zu uns gekommen, um bei einem großen Freundschaftsspiel ihr Können zu beweisen. Am Sonntagnachmittag bewegte sich dann ein großer musikalischer Festzug durch die festlich geschmückten Ortstraßen des Weindorfes Hallgarten. Anschließend boten verschiedene Musikzüge noch einmal ihr Können auf der Bühne im Festzelt dar. Abends wurde die Bühne zum Tanzen freigegeben. Der Montag begann mit einem großen Frühschoppen, an dem nicht nur Hallgartener Bürger, sondern auch viele Gäste aus Nah und Fern von unserem Ortsbrandmeister Willi Bildesheim begrüßt werden konnten. Der Nachmittag gehörte den Kindern, die mit allerhand lustigen Spielen und Liedern sich und die anwesenden Gäste erfreuten. Abends fand ein großer Bunter Abend statt.

Dem Spielmanns- und Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Hallgarten wurde ein Zuschuss zum Ankauf für 2 Bässe bewilligt. In der Zeit vom 07.-08. Juli 1974 wird das Pfingstweiderfest durchgeführt. 1974 kam es zur Umbennenug des Spielmanns- und Fanfarenzuges in Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr. Des Weiteren wurde dem Musikzug ein Zuschuss zur Beschaffung von Trommeln bewilligt. Für das Zelt zum Pfingstweiderfest wurden 1974 neue Planen angeschafft. Nach längerer Pause wurde wieder ein Familienausflug durchgeführt. Der Ausflug führte die Kameraden mit Ehefrauen und Kindern in den Soonwald.

Die Aktiven der Wehr mussten 1974 zu zwei Flächenbränden sowie einem Dachstuhlbrand ausrücken. Aufgrund des schnellen Eingreifens der Wehr konnten alle Brände schnell unter Kontrolle gebracht werden. 1975 wurde das Pfingstweiderfest erstmals im Festzelt des Gesangsvereines Liedertafel durchgeführt.

An einer Großübung des Rheingaukreises bei der Firma Fritz Werner in Geisenheim sorgten unsere aktiven für die Wasserförderung vom Rhein. Bei dieser Übung waren 17 Kameraden im Einsatz. Eine Jahresabschlussübung der Wehr wurde gemeinsam mit dem Malteser Hilfsdienst auf dem Gelände der Spar- und Darlehenskasse durchgeführt.

Im Laufe des Jahres 1975 wurde die Wehr zu einem Fahrzeugbrand bei Lutz gerufen. Dieser Brand konnte in kürzester Zeit gelöscht werden. Beim Wassernotstand im Sommer 1975 wurde von der Brunnenstube im Rosenthal Wasser zu den Hochbehältern auf der Pfingstweide gepumpt. Durch diese Maßnahme konnte der Wassernotstand in Hallgarten erfolgreich behoben werden. Hierfür wurden 50 Einsatzstunden aufgewandt.

Neuer musikalischer Leiter des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Hallgarten wird Herr Eduard Fetzer. Auch wurden die ersten fünf Bosch Funkalarmempfänger angeschafft. Bei der Jahreshauptversammlung 1976 gibt Herr F. H. Schreiner das Amt des Schriftführers ab. Zum neuen Schriftführer wird einstimmig Herr H. G. Stettler gewählt. Die anderen Vorstandsmitglieder werden in ihrem Amt bestätigt. Herr Jandl als Vertreter der Gemeinde überreicht dem Ortsbrandmeister W. Bildesheim und seinem Stellvertreter O. Semmler eine Urkunde. Die Herren Bildesheim und Semmler werden für Ehrenbeamte auf Zeit durch die Gemeinde Hallgarten ernannt. Auch sollte 1976 mit dem Bau des Gerätehauses begonnen werden, daraus wurde aber nichts. Das Pfingstweiderfest wird in Sommernachtsfest der Freiwilligen Feuerwehr Hallgarten umbenannt. Die Gemeindevertretung genehmigt den Kauf eines Funkgerätes Typ FuG 8.

Aufgrund der großen Trockenheit im Sommer 1976 kam es zu großen Waldbränden in Hallgarten. Mit über 700 Einsatzstunden waren die Aktiven der Wehr im Wald beschäftigt, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Auch die Bevölkerung von Hallgarten war mit allen möglichen Geräten im Einsatz, um den Bränden Herr zu werden. Aufgrund der Gebietsreform zum 01.01.1977 kam es zur Zwangseingliederung der Gemeinde Hallgarten zur Stadt Oestrich-Winkel. Auch wurde 1977 bei der Jahreshauptversammlung erstmals ein Vertreter des Musikzuges in den Vorstand gewählt. Am 07.02.1977 wurde die Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Hallgarten gegründet. 12 Jugendliche nahmen ihren Dienst auf, jedoch, wie in einer Vorstandssitzung beschloss, zuerst ein halbes Jahr auf Probe.

Die Ausrüstung der Jugendfeuerwehr wird von der Freiwilligen Feuerwehr Hallgarten vorläufig getragen. Bei der Gründungsversammlung der Jugendfeuerwehr wurden von dem Kreisjugendfeuerwehrwart Peter Spring neun Helme als Startkapital für die Jugendfeuerwehr Hallgarten vom Rheingaukreis überreicht. Erster Jugendfeuerwehrwart der Freiwilligen Feuerwehr Hallgarten wird Herr M. Scharhag. Seine Stellvertreter sind H. Schmidt und Klaus Wolf.

Die Anzahl der Jugendlichen erhöhte sich bis zum Jahresende 1977 auf 16 Personen. Im Sommer wurde ein Zeltlager in Obergladbach mit den Jugendlichen durchgeführt. Die erste gemeinsame Generalversammlung aller Stadtteilwehren von Oestrich-Winkel fand in Hallgarten im Taunus statt. 1977 hatten die Aktiven der Wehr, Gott sei es gedankt, nicht einen Brand zu bekämpfen. In diesem Jahre hatte die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Hallgarten 25 aktive Feuerwehrleute. Mit dem Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses wurde es auch dieses Jahr nichts. In guter Erinnerung blieb sicherlich auch allen Beteiligten der Ausflug an die Mosel. Auch fand wieder das traditionelle Sommernachtsfest auf der Pfingstweide statt.

Bei der Jahreshauptversammlung 1978 wurde Manfred Scharhag zum stellvertretenden Wehrführer gewählt. Es wurden 15 neue Uniformen für den Musikzug angeschafft. Die Kosten trug die Freiwillige Feuerwehr Hallgarten. 1978 musste die Wehr des öfteren ausrücken. So musste ein Reisigbrand im Wald, ein Wohnhausbrand, ein Flächenbrand auf der Pfingstweide sowie ein kleinerer Brand im Wald gelöscht werden. Aber auch verschiedene Hilfeleistungen wurden durch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr durchgeführt. Am Hallgartener Weinfest hielten acht Mann zwei Tage lang Brandwache im Festzelt. Eine Großübung aller Stadtteilwehren wurde an der Grundschule in Hallgarten durchgeführt. Als negative Meldung konnte man im Jahre 1978 einen Totalschaden des Tragekraftspritzenfahrzeuges vermelden. Herausragendes Ereignis des Jahres war unser Sommernachtsfest auf der Pfingstweide, welches mit einer kleinen Feier anlässlich des 80-jährigen Jubiläums der Wehr abgehalten wurde.

Die Jugendfeuerwehr nahm diese Gelegenheit zum Anlass, bei einer Schauübung ihr Können zu zeigen. Zum 31.12.1978 bestand die Jugendfeuerwehr aus 17 Mann. Den Jugendlichen wurde im Laufe des Jahres theoretisches und praktisches Fachwissen aus dem Bereich der Feuerwehr vermittelt. Auch fand wieder wieder ein Zeltlager in Obergladbach statt. Am 1. Oktober 1978 nahm eine Gruppe der Jugendfeuerwehr, unter Leitung von Jugendfeuerwehrwart Heinrich Schmidt, an der Leistungsspange (Wettkampf) mit Erfolg teil.

Bei der Jahreshauptversammlung 1979 gab Wehrführer W. Bildesheim der Versammlung bekannt, dass 1979 anstatt des Pfingstweiderfestes ein Tag der offenen Tür im neuen Gerätehaus abgehalten werden soll. Leider musste dies noch einmal verschoben werden, dass das neue Gerätehaus noch nicht fertig gestellt war. Ebenso wurde 1979 der Monatsbeitrag von DM 0,75 auf DM 1,-- erhöht. Einsätze zur Brandbekämpfung waren in diesem Jahr Fehlanzeige. Lediglich bei einem Brand in Mittelheim, im ehemaligen Gasthaus Zur Bohnensuppe, waren die Kameraden 42 Stunden im Einsatz. Die Zahl der Jugendfeuerwehrmänner erhöhte sich 1979 von 17 auf 20 Jugendliche. Sehr positiv ist zu bemerken, dass bereits die ersten Jugendfeuerwehrmänner in die aktive Wehr übernommen werden konnten. Bei den Landeswertungsspielen in Homburg errang der Musikzug eine Goldmedaille.

Die Vereinssatzung der Freiwilligen Feuerwehr Hallgarten wurde bei der Jahreshauptversammlung 1980 einstimmig von der Versammlung angenommen und tritt am 01.03.1980 in Kraft. Bei den Vorstandswahlen wurden W. Bildesheim und M. Scharhag in ihren Ämtern als Wehrführer und stellv. Wehrführer bestätigt. Jugendfeuerwehrwart blieb H. Schmidt, Lorenz Meier wurde on seinen Ämtern als Stabführer und Kassierer bestätigt. Nach dem H. G. Stettler nicht mehr als Schriftführer fungieren wollte wurde Josef Kreis zum neuen Schriftführer gewählt. Als Beisitzer gehÖrten dem Vorstand F. H. Schreiner, A. Nattermann, U. Lutz, O. Semmler, K. Wolf und H. G. Stettler an. Nach 7 Jahren Bauplanung der Stadt Oestrich-Winkel was es soweit, mit dem Bau des neuen Gerätehaus konnte endlich begonnen werden. Die offizielle Einweihung sollte am 04.07.1980 sein. Dieser Termin konnte allerdings nicht eingehalten werden. So waren die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr letztendlich froh, dass die Einweihung und Übergabe des neuen Gerätehauses am 12. September 1980 erfolgen konnte. Die Baukosten des Gerätehauses betrugen 550.000,- DM. Davon übernahm das Land Hessen 106.000,- DM, der Rheingau-Taunus-Kreis steuerte 10.660,- DM zu den Baukosten bei. Die Einweihung wurde durch den Bürgermeister der Stadt Oestrich-Winkel, Herrn Klaus Fritsch vorgenommen. Die Schlüsselübergabe erfolgte durch den Architekten Herrn Zschätsch. Unser neues Gerätehaus wurde von Pfarrer Geisler gesegnet.

Erstmalig konnte ein Tag der offenen Tür abgehalten werden. Dieser ersetzte das Sommernachtsfest auf der Pfingstweide. Im Monat November 1980 kaufte der Verein der Freiwillige Feuerwehr Hallgarten einen gebrauchten Mannschaftswagen. Aufgrund eines starken Gewitters musste am Tag der offenen Tür 1981 die Einsatzabteilung mehrmals zum Auspumpen von Kellerräumen ausrücken. Am 25.07.1982 mussten die Kameraden der Einsatzabteilung sowie der Wehr aus Winkel mit einem Tanklöschfahrzeug zu einem Flächenbrand am Frankensteiner Rech ausrücken.

1983 wurde für den Tag der offenen Tür wurde ein Vorbau aus Holz gebaut, die Bauplanung und Ausführung wurde von Oswald Semmler und Lorenz Meier geleitet.

Der Brand eines Bauwagens, des Reblausbekämpfungsdienstes, auf dem Sußberg musste gelöscht werden. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung 1984 wurde die neue Vereinssatzung mit 3/4 Mehrheit aller anwesenden Mitglieder beschlossen. Die Eintragung des Vereins Freiwillige Feuerwehr Hallgarten e.V. ins Vereinsregister beim Amtsgericht Rüdesheim konnte nun erfolgen. Zum 1. Vorsitzenden und Wehrführer Manfred Scharhag, zum 2. Vorsitzenden und stellv. Wehrführer wurde Heinrich Schmidt gewählt. Des weitern gehören dem Vorstand der Kassierer Lorenz Meier, Schriftführer Josef Kreis sowie Beisitzer W. Bildesheim, St. Schreiner, O. Semmler, Fr. H. Schreiner und M. Grundel an, die ebenfalls gewählt wurden.

Vom 26.-29.5.1984 fanden die Jubiläumsveranstaltungen des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Hallgarten auf dem Festplatz im Rosenthal statt. Höhepunkt waren der Musikwettstreit um den Rheingau-Pokal, sowie der Galaabend mit "Gitti und Erika". 1984 mussten die Kameraden der Einsatzabteilung zu vier kleineren Waldbränden ausrücken. Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Hallgarten gewann im Juni 1984 den Deutschlandpokal bei einem Wettstreit in seiner Klasse. Im Januar 1985 wurde die Freiwillige Feuerwehr Hallgarten von Bürgermeister Frietsch gebeten, alle Trinkwasser- und Hochbehälter im Ortsgebiet Hallgarten stündlich zu kontrollieren. Aufgrund eines Anrufes des damaligen Polizeipräsidenten Endes sei ein Bakterienanschlag auf die Trinkwasserversorgung der Stadt Oestrich-Winkel vorgesehen. Da keine städtischen Bediensteten am Wochenende erreichbar waren, wurde diese Aufgabe den Feuerwehren der Stadt zugeteilt.

Ein 3 Tage Ausflug der Wehr in den Kaiserstuhl und in das Elsass standen im Juni auf dem Programm. Im Sommer 1985 erscheint zum ersten Mal das Hallgartener Floriansblatt. Diese Zeitung soll nun 2-mal jährlich herausgegeben werden. Die Planungen für einen Anbau am Gerätehaus beginnen. Zu einem Brand der Firma Koepp wurden alle Stadtteilwehren alarmiert. Im September 85 fand zum ersten Mal das Stadt Musikfest des Musikzuges statt.

Im Jahr 1986 musste die Wehr zu 10 Bränden und 7 technische Hilfeleistungen ausrücken. Unter anderem wurde die Wehr 4-mal zu Bränden bei der Fa. Koepp in Oestrich gerufen. Aber auch der Brand eines Geräteschuppens an der Hallgartener Zange wurde mit Unterstützung der Stadteilwehren unter Kontrolle gebracht.

1987 führte der Vereinsausflug der Wehr nach Saalbach-Hinterglemm in Österreich. Auch musste ein Wohnungsbrand auf dem Rebhang gelöscht werden.

In der Zeit vom 27.-31.03.1988 erreichte der Wasserpegel in Bingen einen Höchststand von 6,10 Meter. Aufgrund der erreichten Marke waren alle Strassen und Häuser in der nähe des Rheins überschwemmt. Die Wehren aus dem gesamten Rheingau-Taunus-Kreis leisteten Hilfe beim Leerpumpen von Kellern und Wohnungen. Der Einsatzort der FF Hallgarten war schwerpunktmäßig die Fachhochschule EBS im Schloss Reichhardshausen und die Fa. Koepp.

Bei der Jahreshauptversammlung 1989 wurde zum Wehrführer und Vorsitzendem Heinrich Schmidt, zu seinem Stellvertreter Gilbert Schreiner, zum Schriftführer Jens Semmler und zu Kassierer Lorenz Meier gewählt. Alt Beisitzer wurden F. H. Schreiner, Willi Bildesheim, Thomas Petry, Michael Grundel und H. G. Schmidt gewählt.

An der Jahreshauptversammlung 1990 wurde einstimmig beschlossen, den Mitgliedsbeitrag von DM 12,- auf DM 15,- zu erhöhen. Im Mai 1990 fand der Vereinsausflug nach Riedböhringen im Schwarzwald statt. Die Einsatzabteilung rückte zur Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr in Eltville, aufgrund eines starken Unwetters im oberen Rheingau, aus.

Der Tag der offenen Tür wurde wieder am 1. Wochenende im Juli durchgeführt.

1992 führte der Vereinsausflug die Mitglieder der Wehr nach Bischofsgrün ins Fichtelgebirge.

Bei der Jahreshauptversammlung 1994 wurden der Wehrführer und Vorsitzende Heinrich Schmidt, sein stellv. Gilbert Schreiner, der Schriftführer Jens Semmler in ihren Ämtern bestätigt. Nach jahrelanger Tätigkeit als Kassierer stellte sich Lorenz Meier nicht mehr zur Wahl. Auch wurden die Beisitzer F. H. Schreiner, Willi Bildesheim, Michael Grundel in ihrem Amt bestätigt, neu hinzu kam der Kamerad Matthias Gräf. Der Vereinsausflug führte diesmal die Kameraden nach Jungholz/ Tirol. Ein Kompost- und Grünschnitthaufen, sowie ein Handtuchhalter in der Grundschule Hallgarten mussten gelöscht werden.

Im Jahre 1996 erfolgte bei der Jahreshauptversammlung die Neuwahl des Wehrführers und Vereinsvorsitzen, da Herr Heinrich aus privaten Gründen das Amt aufgeben musste. Gewählt wurde der bisherige Stellvertreter Gilbert Schreiner, stellv. Wehrführer und 2. Vorsitzenden wurde Thomas Petry und als Beisitzer rückte Uwe Prinz in den Vorstand nach.

Anfang 1997 vollzog das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr den letzten Schritt zur Selbständigkeit und ist seit diesem Zeitpunkt ein eigener eingetragener Verein. Zum 20-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr veranstaltete die Jugendfeuerwehr am Tag der offenen Tür verschiedene Spiele für die Kinder. Ende des Jahres 1997 wurde mit Vereinsmitteln ein gebrauchte Fiat Ducato Bus von der Freiwilligen Feuerwehr Rüdesheim gekauft, da der alte Bus über 20 Jahre alt war. Rechtzeitig zu unserem 100-jährigen Besten erhielt die Wehr im Frühjahr 1998 ein neues Löschgruppenfahrzeug 8/6.