Freiwillige Feuerwehr Kiedrich

 

Chronik:

1562 entstanden die ersten Brunnennachbarschaften,dokumentiert durch die Eltviller Feuerschutzordnung.

1773 bekam die Stadt Eltville für das gesamte "Oberampt Rhingaw", zu dem auch Kiedrich gehörte, vom Mainzer Kurfürsten eine Handfeuerspritze mit Pumpen und Lederschläuchen geschenkt. War nun in Kiedrich ein Brand ausgebrochen, so mußten die "Feuerläufer" eilends auf dem "Löschpfad", dem heutigen Wiesenpfadchen zwischen Eltville und Kiedrich, nach Eltville laufen und dort, wenn der Wind ungünstig stand und man die Kiedricher Sturmglocken nicht hören konnte, mit dem Feuerhorn und dem Ruf "Feurio" die Eltviller Kameraden alarmieren.

1884 fand sich eine Reihe von weitblickenden und einsatzfreudigen Kiedrichern zusammen, um mit ihrem ersten Brandmeister, dem Kiedricher Zimmermeister Josef Grebert, das Werk der Gemeinschaftshilfe - die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Kiedrich - zu beginnen. Einfach waren damals noch die Hilfsmittel: Ledereimer und Schläuche, eine Holzleiter, Einreißhaken und ein paar Pickel, notdürftig in einer Scheune untergebracht - das war der Anfang.

1885 stiftete die einsichtige Gemeindeverwaltung eine Hand-, Saug- und Druckspritze.

1887: Brandmeister Valentin Krams wurde Wehrführer

1893: Michael Buschmann wird neuer Brandmeister

1898: Brandmeister Johann Flick löst Brandmeister Buschmann ab

1914 war es wiederum die Gemeinde, die einsprang und ein neues Gerätehaus mit Trockenturm baute und auf dem Schulhofdach eine Feuersirene installierte. Neue Schläuche, die fahrbare Leiter und der Löschkarren wurden zum größten Teil aus privaten Spenden angeschafft. Im Weltkrieg 1914-1918 hat die Kiedricher Wehr unter Führung des Brandmeisters Johann Flick dank des tatkräftigen Einsatzes der nicht im Felde stehenden Kameraden ihre Aufgaben voll erfüllt.

1916: Großbrand, bei dem das bekannte Gasthaus "Zum Sprudel" Ecke Kammgasse-Suttonstraße (heute Pfarrheim mit Kindergarten) und zwei weitere Wohnhäuser mit Scheune vollständig niederbrannten.

1920: Neuer Brandmeister wird Josef Grebert

1922: Brandmeister Lamberti übernahm die Führung der Wehr

1924: Brandmeister Jakob Warzelhan wurde neuer Kommandant

1930: Heinrich Flick zum neuen Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Kiedrich gewählt

1932 stiftete das St. Valentinushaus gemeinsam mit der Nassauischen Brandkasse eine moderne Motorspritze

1947 übernahm Brandmeister Anton Seib die Führung der Wehr

1952: Franz Scholl wurde neuer Brandmeister

1954: 70jähriges Jubiläum. Anläßlich dieses Festes fand die Weihe der neuen Fahne statt

1959: Anschaffung des ersten Löschgruppenfahrzeuges, der Stolz der Kiedricher Feuerwehr

1972 übernahm Hans Kropp die Führung der Freiw. Feuerwehr Kiedrich, der sich in den kommenden Jahren für die Erneuerung und Modernisierung der Freiwilligen Feuerwehr Kiedrich mit aller Kraft einsetzte. Hans Kropp gründete die Jugendfeuerwehr. In ihrem nunmehr 24jährigen Bestehen konnten schon große Erfolge bei Kreiswettkämpfen und Landeswettkämpfen erzielt werden. Hans Kropp leistete auch viel für den überörtlichen Brandschutz. Er wurde später Kreisbrandmeister und zweiter Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Rheingau.

1975 Anschaffung eines Einsatzleitwagens

1979: Anschaffung des Mannschaftsfahrzeuges

1984: Anläßlich des 100jährigen Jubiläums der Kiedricher Feuerwehr übergab die Gemeinde bei den Jubiläumsfeierlichkeiten ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF 8/8)

1985: Am Morgen des 25. Oktober um 4,00 Uhr brannte der gesamte Dachstuhl der bekannten Gaststätte "Waldmühle". Ein Übergreifen des Feuers wurde durch den raschen Einsatz der Kiedricher Feuerwehr verhindert.

1987: Walter Steinbach wurde zum neuen Ortsbrandmeister gewählt. Durch den jungen Ortsbrandmeister wurde die Modernisierung der Wehr fortgeführt. Die verbesserte Ausstattung mit Funk, die weitere Ausrüstung mit schwerem Atemschutz und anderen technischen Geräten (Schere, Spreizer, Überdrucklüfter usw.), sowie die komplette Ausrüstung mit Funkmeldeempfängern machten die Wehr zu einem schlagkräftigen Instrument bei allen Einsätzen.

1990: Am Nachmittag des 9. Mai brach über den oberen Rheingau ein schlimmes Unwetter herein. Der Einsatz dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Eine Löschgruppe unterstützte nach dem Einsatz in Kiedrich die Eltviller Feuerwehrkameraden.

1993: Schlüsselübergabe und Inbetriebnahme des neuen Kiedricher Feuerwehrhauses. Mit Stolz und Anerkennung vernahm die Freiwillige Feuerwehr Kiedrich den Beschluß der Gemeindevertretung, ein neues Feuerwehrhaus zu bauen. Die Grundsteinlegung erfolgte durch Innenminister Dr. Herbert Günther. Die Kosten des neuen Feuerwehrhauses beliefen sich auf 1,9 Millionen DM. Das neugebaute Feuerwehrhaus beinhaltet 4 Fahrzeugboxen, 1 Waschhalle, Atemschutzwerkstatt, Materiallager, Umkleideraum, sanitäre Anlagen, Büro, Schulungsraum, Küche und Jugendfeuerwehrraum.

1994 feierte die Freiwillige Feuerwehr Kiedrich ihr 110jähriges Bestehen.