Ebola: aktuelle Informationen (Stand 16. Okt. 2014)

 

Der Ebola-Ausbruch in Westafrika, der Ende Dezember 2013 in Guinea begonnen hat, hat sich seither auch nach Liberia, Sierra Leone und Nigeria verbreitet. Mit Stand vom  8. August 2014 wurden 1 779 Fälle berichtet, darunter 961 Todesfälle.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 8.8.2014 eine „Gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite” (Public Health Emergency of International Concern) festgestellt. Die WHO hat dabei für die betroffenen und die angrenzenden Staaten eine Reihe von Empfehlungen zur Eindämmung und Kontrolle des Ausbruchsgeschehens ausgesprochen. Für Deutschland hat die Einstufung keine direkte Folge.

Es ist sehr unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen, dass Reisende die Krankheit nach Deutschland oder Europa mitbringen. Das Risiko der Bevölkerung durch eine Weiterverbreitung in Deutschland und Europa wird als sehr gering angesehen.

Bislang gibt es noch keinen in ausreichendem Maße beim Menschen erprobten Impfstoff. Die Therapie erfolgt symptomatisch.

Die wichtigsten Fakten zu Ebola:

Erreger:

Ebola Viren, Familie der Filoviridae, behüllte RNA-Viren

Inkubationszeit:

2 - 21 Tage

Dauer der Ansteckungsfähigkeit:

Ab Symptombeginn solange Fieber besteht; das Ansteckungsrisiko vor Beginn der Symptomatik muss als sehr gering bewertet werden. In der Samenflüssigkeit wurde das Virus noch 3 Monate nach Erkrankung nachgewiesen.

Infektionsweg:

  • Direkte Übertragung durch Kontakt mit virushaltigen Körperflüssigkeiten (Blut,Sekrete,Erbrochenes oder andere Körperflüssigkeiten) und Gewebe/Organen von erkrankten oder an der  Krankheit verstorbenen Menschen oder infizierten Tieren, Eintrittspforte sind Schleimhäute und nicht intakte Haut
  • Indirekte Übertragung über kontaminierte Gegenstände
  • Sexualkontakt
  • Aerogene Übertragung wurde bislang noch nicht beschrieben, sie gilt als sehr unwahrscheinlich.

Ebola Virus kann in flüssigem oder getrockneten Material auf Oberflächen etliche Tage virulent sein. Erhitzen bei 60 Grad über 60 Minuten sowie 5 minütiges Kochen tötet den Erreger ab. Durch Einfrieren wird er nicht inaktiviert.

Desinfektion:

Geeignet sind Mittel mit dem Wirkbereich AB aus der Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel- und Verfahren.

Krankheitsbild:

Akuter Krankheitsbeginn, typische Symptome sind Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Weitere Symptome sind Exantheme, Husten, Konjunktivitis, Brustschmerzen, Atembeschwerden, ab dem 5.-7. Krankheitstag Schleimhautblutungen (v.a. Gastrointestinal- und Genitaltrakt).Bei letalen Verläufen tritt der Tod durch Multiorganversagen ein. Häufig pathologische Laborbefunde: Thrombopenie, Lymphopenie, Transaminasenerhöhung.

Erste Maßnahmen bei Verdacht auf Infektion mit Ebola-Virus:

Schutzkleidung

Das Robert Koch Institut empfiehlt Schutzkleidung der Kategorie III, Typ 3 (flüssigkeitsdichte Schutzkleidung).

Vorgehen bei Haut-oder Schleimhautkontakt mit infektiösen/potentiell infektiösen Körpersekreten:

Sofortiges Waschen der betroffenen Körperstellen mit Wasser und Seife bzw.Behandlung mit einem Händedesinfektionsmittel mit mindestens begrenzt viruzider Wirkung.


Kompetenzzentren (Spezialdiagnostik und Beratung)

Bernhard Nocht Institut für Tropenmedizin Hamburg

Nationales Referenzzentrum für tropische Infektionserreger

Bernhard-Nochtstr. 74

20359 Hamburg

Leitung: Herr Prof. Dr. B. Fleischer

Tel.: 040/ 42818-0 Zentrale (Notfallnummer bei Verdacht auf hämorrhagisches Fieber)

Philipps-Universität Marburg

Institut für Virologie

Diagnostik Abteilung

Tel.: (24/7):0177/3108196

Tel.: 06421/28-66254

Tel.: 06421/28-64315

Ansprechpartner:Herr Prof.Dr.S.Becker,Herr Dr.Eickmann

Meldepflicht

Es besteht namentliche Meldepflicht bei Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 1g Infektionsschutzgesetz (IfSG) (virusbedingtes hämorrhagisches Fieber) und bei direktem oder indirektem Erregernachweis in Verbindung mit einer akuten Infektion unabhängig vom klinischen Bild gemäß § 7 Abs. 1 Nr. 12 bzw. 30 IfSG an das zuständige Gesundheitsamt.

Weitere Infos zum Ebola-Virus: Ebola-Infos auf wikipedia