Die Rettungsgasse: kleines Manöver mit großer Wirkung

Im Notfall zählt für Rettungskräfte jede Sekunde. Sie müssen schnellstmöglich zum Unfallort vordringen und Verletzte versorgen. Doch nicht selten sind Autos im Weg – und gefährden damit Leben. Dabei müssen Verkehrsteilnehmer schon seit 1982 eine mindestens drei Meter breite Rettungsgasse bilden, wenn sich Einsatzwagen nähern. Wer sich an einige einfache Regeln hält, kann viel bewirken.

Richtig ausweichen

Vorausschauend fahren, schnell reagieren: Wenn Sie sich einem Unfallort nähern, sollten Sie schon bei stockendem Verkehr eine Rettungsgasse bilden – spätestens aber, wenn die Einsatzkräfte heranfahren. Auf zweispurigen Autobahnen und Außerortsstraßen müssen Verkehrsteilnehmer die Gasse immer in der Mitte bilden. Das heißt: Die Fahrer auf der linken Spur lenken ihr Fahrzeug ganz an den linken Fahrbahnrand, Fahrer auf der rechten Spur steuern an den rechten Fahrbahnrand. Bei drei oder mehr Spuren gilt eine ähnliche Regel: Die lebenswichtige Schneise wird dann zwischen der linken und der direkt daneben liegenden Fahrbahn gebildet. Wer auf der linken Spur fährt, muss nach links ausweichen. Alle anderen Fahrer öffnen die Rettungsgasse nach rechts.

Aufmerksam fahren

Schon ein kurzer Blick kann entscheidend sein. Behalten Sie den nachfolgenden Verkehr mithilfe Ihrer Spiegel stets im Auge und achten Sie auf Fahrzeuge mit Blaulicht. Auch mit Sirenen machen sich die Einsatzkräfte bereits aus der Ferne bemerkbar. Daher sollten Sie die Musik im Auto nie zu laut aufdrehen.

Ruhig verhalten und Geschwindigkeit drosseln

Eilen Einsatzwagen auf der Autobahn heran, gilt vor allem eines: Ruhe bewahren! Drosseln Sie Ihre Geschwindigkeit und achten Sie auf den Abstand zum Vordermann. Stehen Fahrzeuge im Stau zu dicht aneinander, sind die Ausweichmöglichkeiten begrenzt – und das Durchkommen der Rettungskräfte ist gefährdet. Auch wenn Sie den Weg mit Ihrem Wagen schon freigemacht haben, ist es wichtig, besonnen zu handeln: Bleiben Sie auf jeden Fall in Ihrem Wagen. Denn Schaulustige blockieren nicht selten die Rettungsgasse und bringen damit sich und andere in Gefahr.

Hindurchschlängeln verboten

Motorradfahrer aufgepasst! Es wird zwar häufig diskutiert, ob das Befahren der Rettungsgasse für Motorradfahrer gestattet werden sollte, Fakt ist aber: Motorradfahrer müssen sich im Stau an dieselben Regeln halten wie alle anderen Verkehrsteilnehmer – und damit auch die Rettungsgasse freihalten.

Alle Einsatzkräfte abwarten

Befahren dürfen die Gasse nur Rettungs-, Feuerwehr-, Polizei-, Kranken-, Arzt- und Abschleppwagen. Erst wenn sich keine Einsatzfahrzeuge mehr nähern, ist die Weiterfahrt für die übrigen Verkehrsteilnehmer erlaubt. Überprüfen Sie vor der Rückkehr auf Ihre Spur, ob die Rettungsgasse wirklich frei ist – und setzen Sie dann erst Ihren Weg fort.