Pressemeldung des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport vom 15. September 2018

Logo Hessisches Ministeriums des Innern und für Sport„Ein Meilenstein für die Hessische Jugendfeuerwehr“

Spatenstich für das neue Jugendfeuerwehrausbildungszentrum im Marburg-Cappel

Wiesbaden / Marburg - Der Hessische Innenminister Peter Beuth hat heute gemeinsam mit Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, Dr. h.c. Ralf Ackermann (Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen), Landesjugendfeuerwehrwart Markus Potthoff, Gunnar Milberg (Leiter der Abteilung Brand- und Katastrophenschutz), Landesbranddirektor Harald
Uschek und Erwin Baumann (Direktor der Hessischen Landesfeuerwehrschule) den offiziellen Spatenstich für das neue Jugendfeuerwehrausbildungszentrum (JFAZ) im Marburg-Cappel vorgenommen.

„Das ist ein großer Tag für die Feuerwehren in Hessen und ein Meilenstein für unsere rund 2.000 hessischen Jugendfeuerwehren. Mit dem Neubau des Jugendfeuerwehrausbildungszentrums entsteht ein zeitgemäßes Lern- und Ausbildungszentrum im modernem Antlitz. Hier werden wir eine noch vielfältigere Angebotspalette für die rund 7.000 ehrenamtlichen Jugendfeuerwehrwarte sowie Betreuer schaffen. Die verbesserte Qualität der Ausbildung wird insbesondere den rund 26.500 Kindern und Jugendlichen der Jugendfeuerwehren zugutekommen. Sie sind die Nachwuchsschmieden unserer Einsatzabteilungen und somit die Basis dafür, dass der ehrenamtliche Brandschutz in Hessen funktioniert – heute und in Zukunft“, betonte Innenminister Peter Beuth.

Das Land baut auf dem ehemaligen Gelände der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) eine ganze Reihe moderner Gebäude für die Jugendfeuerwehrausbildung, in denen vor allem die Ausbilder und Ausbilderinnen der Jugendfeuerwehren geschult werden. Die Gebäude stehen aber auch für die Lehrgänge der Hessischen Landesfeuerwehrschule (HLFS) zur Verfügung. Dadurch werden Synergieeffekte erzielt und eine optimale Auslastung erreicht.  auch die Geschäftsstelle der Hessischen Jugendfeuerwehr wird am Standort beheimatet sein. An den Planungen wirken der Landesfeuerwehrverband und die Hessische Jugendfeuerwehr aktiv mit.

„Erfreulich ist, dass wir für die ursprünglich für Erstaufnahmezwecke errichtete Anlage mit der Nutzung durch die Jugendfeuerwehr und die HLFS eine sowohl wirtschaftliche wie auch nachhaltige Verwendung gefunden haben. Mit den beginnenden Um- und Erweiterungsmaßnahmen werden die vorhandenen Gebäude zu einem modernen  Ausbildungszentrum weiterentwickelt, das allen pädagogischen und fachlichen Anforderungen gerecht werden wird. Das neue Ausbildungszentrum ist auch ein Gewinn für Marburg und die Region und ein weiterer starker Beleg dafür, wie sehr sich das Land Hessen um die Feuerwehr und ihren Nachwuchs kümmert“, erklärte Finanzminister Dr. Thomas Schäfer.

Im ersten Bauabschnitt, für den 6,5 Millionen Euro bereitstehen, werden 42 Lehrgangsplätze entstehen. Es ist beabsichtigt, in einem zweiten Bauabschnitt die Zahl der Lehrgangsplätze auf 72 zu erhöhen. Das gesamte Gelände umfasst 13.400 Quadratmeter.

„Die hessischen Feuerwehren mit ihren über 2000 Jugendfeuerwehren freuen sich, dass heute der offizielle Startschuss für den Bau des Jugendfeuerwehrausbildungszentrums erfolgt. Damit wird eine moderne Anlage für die hessischen Jugendfeuerwehren errichtet, die eine zeitgemäße zentrale Aus- und Fortbildungsstätte für die Jugendfeuerwehren sein wird und insbesondere eine Zentrale für die überörtliche Jugendarbeit als auch Kinderfeuerwehren bietet. Wir bedanken uns bei der Hessischen Landesregierung sowie der Hessischen Landesfeuerwehrschule herzlich für die Umsetzung“, sagte Dr. h.c. Ralf Ackermann, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen.

Mitgliederplus von drei Prozent
Neben Rekordinvestitionen für die Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen sowie den Neu- und Ausbau von Feuerwehrhäusern im Land stärkt Hessen die Jugendfeuerwehren neben dem Neubau am Standort Marburg-Cappel insbesondere durch das Landesprogramm „Mehr Feuerwehr in Schulen“ oder die Jugendfeuerwehrimagekampagne zur Nachwuchsgewinnung. Für seine wichtige Arbeit erhielt der Verband im April einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 160.000 Euro sowie jeder der 32 Kreisverbände ein „Jugendpaket“ bestehend aus jeweils acht Zelten und 100 Feldbetten. Dass die Jugendfeuerwehren in Hessen auf einem guten We sind und sich das Engagement für den Nachwuchs lohnt, belegen aktuelle Zahlen. Im vergangenen Jahr konnten die Jugendfeuerwehren in Hessen erstmals seit Jahren ein Mitgliederplus von mehr als drei Prozent verzeichnen. Ihr gehören jetzt rund 26.500 Kinder und Jugendliche an.

„Wir können den rund 7.000 Jugendbetreuerinnen und -betreuern die Arbeit vor Ort nicht abnehmen. Aber wir arbeiten stetig daran, unsere Angebote und Unterstützungsleistungen auszubauen und die Anerkennungskultur weiter zu etablieren. Ein wichtiger Schritt stellt dabei der Neubau des Jugendfeuerwehrausbildungszentrums dar. Das ist richtig gut investiertes Geld in einen Brandschutz, der schon heute aufgrund der engagierten Arbeit vieler tausender Betreuer in den Jugendfeuerwehren auf sicheren Füßen steht. Der Neubau soll auch als Anerkennung und zusätzlicher Motivationsschub der Landesregierung für unsere Brandschützer verstanden werden“, sagte der Innenminister.

Hintergrund:
Mit rund 27 Millionen Euro investiert die Hessische Landesregierung im Jahr 2018 so viel wie noch nie binnen eines Haushaltsjahres in die Förderung von Feuerwehrfahrzeugen und - häusern. Mit dieser Summe investiert das Land weitere fünf Millionen Euro mehr in die Brandschutzförderung, als im bisherigen Rekordjahr 2017, als mit Investitionen in Gesamthöhe von rund 22 Millionen Euro eine Bewilligungsquote von über 90 Prozent der zuwendungsfähigen Maßnahmen erreicht wurde. Um den unschätzbaren Wert des ehrenamtlichen Einsatzes der rund 80.000 Helferinnen und Helfer in den Feuerwehren sowie im hessischen Katastrophenschutz zu unterstreichen und die Arbeit der Freiwilligen vor Ort noch besser zu unterstützen, erhöht das Land in den kommenden Jahren die Investitionen in den Brandschutz. Allein die Garantiesumme steigt in diesem Jahr auf 35 Millionen Euro und in 2019 auf 40 Millionen Euro.

 Quelle: Hessisches Ministeriums des Innern und für Sport